Ratgeber

Hautkrebs bei dunkler Haut: Was Sie wissen müssen

Hautkrebs bei dunkleren Hauttönen ist seltener, aber deutlich gefährlicher — nicht weil der Krebs aggressiver ist, sondern weil er später diagnostiziert wird. Dunkelhäutige Patienten werden 3-mal häufiger im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Die 5-Jahres-Überlebensrate von Melanom im Spätstadium liegt bei nur 35%, gegenüber 99% bei Früherkennung.

Warum Hautkrebs bei dunkler Haut übersehen wird

Drei Faktoren schaffen die perfekte Kombination für späte Diagnosen. Erstens haben sowohl Patienten als auch Ärzte ein geringeres Bewusstsein für das Risiko. Zweitens treten Hautkrebse bei dunkler Haut an ungewöhnlichen Stellen auf (Handflächen, Fußsohlen, Nägel, Schleimhäute), die bei Routineuntersuchungen nicht geprüft werden. Drittens zeigen klinische Lehrmaterialien Hautkrebs überwiegend auf weißer Haut.

In Deutschland, mit zunehmender Diversität der Bevölkerung, wird die Bedeutung von Hautkrebserkennung bei allen Hauttypen wichtiger.

Wo Hautkrebs bei dunkler Haut auftritt

Bei dunklerer Haut tritt Melanom am häufigsten an akralen Stellen auf — Bereiche mit weniger Melaninschutz: Handflächen, Fußsohlen, unter Finger- und Zehennägeln, Schleimhäute (Mund, Genitalien) und Unterschenkel.

Selbstuntersuchung für dunkle Haut: wo fokussieren

Bei Ihrer monatlichen Selbstuntersuchung verbringen Sie besonders viel Zeit mit: beiden Handflächen (jede Falte, zwischen den Fingern); beiden Fußsohlen (Spiegel verwenden); allen Finger- und Zehennägeln (nach dunklen Längsstreifen suchen — Hutchinson-Zeichen); Mundinnenseite.

Jeder neue oder sich verändernde dunkle Fleck, Streifen oder nicht heilende Wunde an diesen Stellen sollte vom Dermatologen beurteilt werden.

Setzen Sie sich für sich ein

Wenn Ihr Dermatologe nicht routinemäßig Handflächen, Fußsohlen, Nägel und Schleimhäute untersucht, bitten Sie darum. Fordern Sie eine Ganzkörperuntersuchung einschließlich akraler Stellen.

Bringen Sie Fotos der Läsion von der ersten Beobachtung mit. Dokumentieren Sie Veränderungen. Das Hautkrebsscreening der GKV (ab 35 alle 2 Jahre) ist ein guter Startpunkt — aber achten Sie darauf, dass auch die akralen Stellen einbezogen werden.

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