Ratgeber

Hautkrebs nach Organtransplantation: 100-fach höheres Risiko

Nach einer Organtransplantation ist Ihr Risiko für Plattenepithelkarzinome 65-mal höher als in der Allgemeinbevölkerung. Basalzellkarzinome treten 10-mal häufiger auf. Dies ist eine direkte Folge der Immunsuppressiva.

Warum das Risiko so hoch ist

Immunsuppressiva reduzieren die Immunüberwachung. Zudem verursachen einige (Azathioprin, Voriconazol) Lichtempfindlichkeit.

Nach 20 Jahren Immunsuppression entwickeln bis zu 40-50% der Transplantierten mindestens einen Hautkrebs.

Screening-Protokoll

Jahr 1 nach Transplantation: Dermatologe alle 3-6 Monate. Folgejahre ohne Hautkrebsgeschichte: jährlich oder halbjährlich. Nach erstem Hautkrebs: alle 3-6 Monate unbefristet.

Monatliche Selbstuntersuchung. LSF 50+ täglich ist medizinische Notwendigkeit.

In Deutschland übernimmt die GKV das Hautkrebsscreening — für Transplantierte sollte die Frequenz mit dem Transplantationszentrum abgestimmt werden.

Sprechen Sie mit Ihrem Transplantationsteam

Fragen Sie, ob Ihr Immunsuppressionsschema modifiziert werden kann. Wechsel von Azathioprin zu Mycophenolat oder von Calcineurin-Inhibitoren zu mTOR-Inhibitoren (Sirolimus) hat in Studien reduzierte Hautkrebsraten gezeigt.

Fragen Sie auch nach Nicotinamid (Vitamin B3) — 500mg 2x täglich reduziert neue Hautkrebse bei Hochrisikopatienten um 23%.

Verdächtige Stelle? Prüfen Sie sie mit dem kostenlosen ABCDE-Checker.

Kostenloser ABCDE-Checker