Wie sieht Hautkrebs aus? Ein visueller Ratgeber
Hautkrebs hat nicht ein einziges Erscheinungsbild. Die drei häufigsten Typen — Melanom, Basalzellkarzinom (BCC) und Plattenepithelkarzinom (SCC) — sehen jeweils unterschiedlich aus. Die Unterschiede zu kennen kann Ihr Leben retten — früh erkannter Hautkrebs hat eine Überlebensrate von über 95%.
Melanom: der gefährlichste Typ
Melanom sieht oft aus wie ein Muttermal mit unregelmäßigen Merkmalen. Nutzen Sie die ABCDE-Regel: Asymmetrie, Begrenzungsunregelmäßigkeit, Colorit-Variation (gemischtes Braun, Schwarz, Rot, Weiß, Blau), Durchmesser über 6mm und Evolution.
Melanom kann auch erscheinen als: ein neuer dunkler Fleck, der weiter wächst; ein dunkler Streifen unter einem Finger- oder Zehennagel; eine nicht heilende blutende Wunde.
Basalzellkarzinom (BCC): der häufigste Typ
BCC ist der häufigste Krebs beim Menschen. Typisches Erscheinungsbild: perlmuttartiger oder wachsartiger Knoten, oft mit sichtbaren Blutgefäßen; flache, hautfarbene oder bräunliche narbenähnliche Läsion; eine Wunde, die blutet, verkrustet, heilt und wiederkehrt.
BCC wächst sehr langsam und metastasiert fast nie, kann aber lokal erheblichen Schaden anrichten. Am häufigsten im Gesicht, an Ohren, Hals, Kopfhaut und Schultern.
Plattenepithelkarzinom (SCC): der zweithäufigste
SCC erscheint als: fester roter Knoten; flache Läsion mit schuppiger, krustiger Oberfläche; neue Wunde auf einer alten Narbe; raue, schuppige Stelle an der Lippe.
Anders als BCC kann SCC metastasieren, insbesondere bei immungeschwächten Patienten.
Wichtige Krebsvorstufen
Aktinische Keratosen (AK) sind die häufigsten Krebsvorstufen. Sie fühlen sich an wie raue, sandpapierartige Stellen auf sonnenexponierter Haut — oft leichter zu fühlen als zu sehen. Unbehandelt können AKs zu SCC fortschreiten.
Morbus Bowen (SCC in situ) erscheint als persistierende rote schuppige Flecken. In diesem Stadium erkannt, ist die Behandlung einfacher.
Hautkrebs-Vorsorge in Deutschland
Deutschland bietet eines der umfassendsten Hautkrebsscreenings in Europa. Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Ganzkörper-Hautuntersuchung. Viele Krankenkassen bieten das Screening bereits ab 20 an. Nutzen Sie dieses Angebot — es ist kostenlos und kann Leben retten.
Zwischen den Screening-Terminen ist die monatliche Selbstuntersuchung die beste Ergänzung. Untersuchen Sie systematisch Ihren gesamten Körper, einschließlich Kopfhaut, Fußsohlen und Nägel.
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